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Der Ursprung der Doctor Who Titelmelodie

06 Aug

Nichts ist gewöhnlich an Doctor Who. Die Schauspieler stellen surreale Zeitreisen in einer Telefonzelle dar, als wenn es sich um eine detailgetreue Dokumentation handeln würde. Der Doctor und seine Helferinnen wechseln ständig durch, sodass wir inzwischen bereits bei 11 Darstellern des guten Doctors sind. Dazu passt natürlich auch die Titelmelodie, die so herrlich abgedreht und doch ein Ohrwurm ist. Genauso abgedreht ist auch der Ursprung der Melodie.

Erinnern wir uns zurück. Doctor Who ist eine erfolgreiche britische Serie, die es schon länger gibt, als z.B. Die Simpsons. In den 60ern kreierte die BBC eine Serie, die großen Ideenreichtum mit viel künstlerische Freiheit kombinierte. Daraus musste ja ein Doctor mit Zeitreisen in einer Telefonzelle entstehen, natürlich. Nach wieviel Liter Bier das alles seinen Ursprung hatte, ist zum Glück nicht überliefert. Aber seien wir doch ehrlich: Es ist gut so.

Die BBC entschloss sich daher, diesem Format eine passende Titelmelodie zu verpassen. Abgedreht sollte sie sein. Spacig, ein wenig zu zumindest. Und ganz wichtig: Einzigartig. Genau wie die Serie selbst. Nur wie kann man diese Attribute vereinen, wenn man nur konventionelle Instrumente zur Verfügung hat?

Eine Klaviermelodie? Langweilig. Gitarrenrock? Passt nicht. Orchester? Zu teuer. Computer-Synthesizer? Gab es noch nicht. Tja. Was also tun? Die Leute bei der BBC standen vor einem Problem und konnten dies in bester Doctor Who Weise lösen. Statt konventionelle Mittel zu nehmen, musste ein Kassettenrekorder her. Ja, ein banaler Kassettenrekorder ist der wichtigste Bestandteil der Melodie.

Wie das geht? Eigentlich simpel, aber trotzdem genial, vor allem für die damalige Zeit. Man nehme einen Kassettenrekorder und nehme einen Ton auf. Spielt man den Kassettenrekorder mit langsamerer Geschwindigkeit ab, dann ist der Ton tiefer und länger. Erhöht man die Geschwindigkeit, wird der Ton höher und schneller. Dieses Prinzip hat man sich für die Titelmelodie zu Nutze gemacht.

Wie genial dieses Verfahren ist, wird erst viel später deutlich. Denn das gleiche Prinzip benutzen auch Computer, selbst heute noch. Die Musik, z.B. bei Amiga-Spielen, wird in verschiedene Kanäle aufgeteilt. In jedem Kanal werden Sound-Dateien mit unterschiedlicher Geschwindigkeit abgespielt. So kann auf einfache Art und Weise Musik erzeugt werden, ohne dass die Rechenleistung zu groß beeinträchtigt wird. Auf dem PC ist die Musik bei Spielen wie Unreal oder Deus Ex ebenfalls über dieses System realisiert worden.

PS: Die erste Folge Doctor Who lief in England am 23. November 1963. Die erste Folge Doctor Who im deutschen TV lief erst am 22. November 1989.

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Geschrieben von - 6. August 2012 in Nerd-Ware, TV-Serien

 

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