Hach, wie toll war es doch damals, als wir einem Teenager beim Zaunstreichen zugucken durften. Dieser wurde anschließend verprügelt, trainiert und gewann das Turnier gegen seine Peiniger. Die Karate Kid Saga hat 4 Teile plus einer China-Neuauflage. In der Neuauflage wird einer Chinesin sogar der Finger gezeigt.
Aber von vorne. Karate Kid. Der erste Teil ist ohne Zweifel der beste der ersten 4 Teile. Teil 4 hat die ganze Serie den Abgrund hinuntergestürzt. Kein Problem, machen wir einfach ein Reboot, ist doch eh zur Zeit modern. So oder so ähnlich könnten die Produzenten gedacht haben.
Also wurde flux ein Kampfkunst-Action-Star gesucht und gefunden, der die Rolle des Lehrers übernehmen soll: Jackie Chan. Gute Wahl, sowohl vom Alter als auch von der schauspielerischen Leistung ist er die perfekte Wahl. Brauchen wir noch einen Schüler. Da kommt Jaden Smith ins Spiel, der Sohn von Will Smith. Das Setting wird von Amerika nach China transferiert und schon haben wir unseren Film. So einfach geht das. Kann doch jeder, oder?
Im Film selbst muss Dre Parker (Jaden Smith) mit seiner Mutter von den USA nach China ziehen. Er hat natürlich Startschwierigkeiten, trifft dabei sowohl auf Freunde, als auch auf Feinde. Wie es das Drehbuch nun mal will, tritt er gegen die Feinde in einem Turnier an. Und statt Karate wird dort Kung Fu angewendet. Der Kung Fu Kid!
Er freundet sich außerdem mit einem Mädchen seines Alters an. Diese spielt Violine und muss zu einem wichtigen Vorspielen (diese sind ja immer wichtig). Um ihr das Versprechen zu geben, dass er sie dort anfeuern wird und sie dafür ihn beim Turnier, zeigt Dre ihr den kleinen Finger, was sie erwidern muss. Sie guckt verdutzt, was ich gut verstehen konnte, denn diese Art des “versprochen ist versprochen und wir nicht gebrochen” ist selbst mir unbekannt. Nix weiter dabei gedacht, Film geht weiter.
Im Nachhinein ist die Szene allerdings etwas anders zu bewerten. Ich habe etwas im Internet nachgeschaut, ob diese Geste vielleicht in China eine Bedeutung hat. Und Tatsache: der kleine Finger ist in China zumindest kein gutes Zeichen. Manche halten die Geste gleichwertig mit dem, was bei uns der Mittelfinger ist. Allerdings habe ich auch viele Meinungen gelesen, dass es zwar nicht ganz so obszön ist, aber zumindest ein negatives Signal ist. Daumen hoch bedeutet “super gemacht”, kleiner Finger “das war scheiße”. Und damit wollte der Dre sein Versprechen besiegeln, kulturelles ups. Und beim Vorspielen seiner Freundin, bei der auch ihre Eltern anwesend war, zeigte er nach dem Konzert direkt noch mal den kleinen Finger. Die Reaktion des Vaters war entsprechend. Doppeltes kulturelles ups.
PS: Dre schmeißt am Anfang den Basketball weit über den Basketballkorb und legt sich mit den Spielern an. Das gleiche machte bereits sein Vater im Vorspann von “Der Prinz von Bel-Air”.

Kes
26. Juli 2012 at 07:50
Na ist das mit dem kleinen Finger und Versprechen nicht so das man die einhakelt um das Versprechen zu besiegeln? Aber solche kulturellen Unterschiede bei Gesten sind wirklich eine amüsante Sache ^^